Sillery gilt mit seiner Grand Cru Lage als eine der besten Adressen für rassigen Champagner. Hier hat sich Francois Secondé seit 1972 seinen Teil der Region gesichert und bewirtschaftet auf rund 5 Hektar hauptsächlich etwas Chardonnay und rassigen Pinot Noir. Pinot Meunier kommt bei ihm gar nicht nicht vor. Champagner muss rassig sein und gleichzeitig Eleganz versprühen. Und seine Pinot Noir orientierten Champagner bestätigen ihn und werfen die Frage auf, wieso in Sillery nicht mehr Pinot Noir angebaut wird! Er erntet möglichst spät, um einen körperreichen Pinot Noir zu bekommen, der seinen Champagnern den nötigen Tiefgang gibt. Dabei erntet er jede Parzelle einzeln und füllt diese streng getrennt in separate Fässer ab. So erhält er für jede Parzelle einen eigenen Grundwein, der den besonderen Charakter des Weinberges hervorhebt.
Neben seiner Sammelleidenschaft für Korkenzieher - er nennt rund 400 Exemplare sein eigen - versteht er sich vor allem auf Tradition. Er nutzt einen Grossteil alter Rebstöcke, die zwischen 1960 und 1970 angebaut wurden. Unter anderem deswegen benötigen seine Tropfen auch nur eine sehr geringe Dosage. Mit einer Produktion von etwas über 40.000 Flaschen ist er eher ein kleiner Winzer - dafür aber einer, der alle Flaschen noch mit der Hand rüttelt. Eine langwierige, aber beruhigende Aufgabe, wie er augenzwinkernd versichert.
Sein Demi Sec ist sehr nah angelegt an seinen Brut Grand Cru ist, ein kerniger Pinot Noir betonter Champagner, der ein hohe Dosage erhält. Der Demi Sec hat einen angenehmen Duft nach Röstnoten, Vanille und etwas Birne, sehr zurückhaltende Säure, cremig im Abgang, wenn er sich im ganzen Mund ausgebreitet hat. So schon kann eine süsse Verführung sein...