HERZLICHEN DANK für 18 Jahre Verbundenheit zu Champagner & Genuss! Heute sagen wir Au-Revoir und Merci bien an unsere treuen Kunden! Bleiben Sie gesund und behalten Sie Ihre Freude am Champagner - Ihre Florence & Stephan Paxmann

Champagner von Benoit Lahaye

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Benoit Lahaye hat viel Zeit. Nicht etwa, weil er nicht wüsste, was er tagsüber anzufangen hätte. Ganz im Gegenteil! Benoit ist ein Verfechter der natürlichen und behutsamen Arbeit im Weinberg. Nichts geht deswegen besser, nur weil Tempo und Hektik mit modernen Maschinen und Methoden im Weinbau Einzug gehalten hat. Er geht den entgegengesetzten Weg der “Langsamkeit”. “Der Weinberg und die Reben stehen im Mittelpunkt meiner Champagner. Nicht der Verkauf oder ein schnelles Ergebnis.”
Genau aus dieser Philosophie heraus, hat er vor einigen Jahren, nachdem er 1993 das elterliche Champagnergut als 3. Generatioin übernommen hatte, seinen gesamten Betrieb auf bio-dynamische Anbauweisen umgestellt, ist seit mittlerweile 5 Jahren auch zertifiziert. Er legt höchsten Wert auf den natürlichen Erhalt der Rebstöcke und die authentische Beschaffenheit des Bodens. Dafür geht er im wahrsten Sinne des Wortes gerne und überzeugt eine Extra-Meile. Denn Maschinen bei der Bewirtschaftung seiner Weinberge sucht man vergeblich.

Selbstverständlich findet die Ernte überall in der Champagne noch per Hand statt. Um die Blätter der Rebstöcke zu schneiden, oder den Boden zu lockern, wird aber oftmals auf landwirtschaftliche Maschinerie zurück gegriffen. Benoit Lahaye schüttelt den Kopf und führt uns unter grossem Wiehern seine Alternative vor: 100% biologisch... Sein Pferd Tamise aus dem Burgund. Wir staunen nicht schlecht, als er
die mannshohe Stute vorführt und erklärt, dass sie den Grossteil der ehemals maschinellen Arbeit im Weinberg verrichtet. Und das nicht nur aus Showeffekt heraus, sondern weil er davon überzeugt ist, dass der Boden von einem Pferd nicht so stark gepresst und heruntergedrückt wird, wie von einem Traktor. Das hat zur Folge, dass die Wurzeln der Rebstöcke aus einem lockererem Boden leichter ihren Nährstoffbedarf ziehen können. Daraus resultieren kräftigere Rebstöcke und letzten Endes auch kraftvollere Champagner. Ein wenig stolz zeigt er uns im Anschluss sein Zertifikat, welches er im Burgund erhalten hat. Thema der Fortbildung: “Bewritschaftung der Weinberge mit einem Pferd”. Wir nicken verständnisvoll und entscheiden, uns nicht mit den 800kg Lebendgewicht von Stute Tamise anzulegen.

Im Verkostungsraum beweist Benoit Lahaye, dass seine Vorgehensweise und Überzeugung der kompletten Bio-Dynamik in der Tat nicht nur Show, sondern vor allem ein ganz besonderes Genusserlebnis ist. Sämtliche Tropfen, die wir an diesem Nachmittag verkosten sind von einer intensiven Struktur und einem kraftvollen geradlinigem Körper geprägt. Durch den Einsatz von Reserveweine bei seinen Cuvées wirken einige reife Früchte elegant hervor, aber niemals zu aufdringlich. Die Vergährung findet in Stahlfässern und für seine besonderen Cuvées (wie z.B. der Blanc de Noirs) auch in gebrauchten Eichenfässern statt. Natürlich gilt ansonsten auch beim Ausbau im Keller seine biodynamische Grundüberzeugung.

Alle Champagner erhalten eine geringe Dosage, liegen zwischen 3 und 6 Gramm Restzucker. Sehr verhalten, aber dennoch sehr geschmackvoll am Gaumen. Teilweise sind seine Champagner aber auch etwas bissig und weisen ein noch nicht ganz vollendetes Säurespiel auf. Das liegt daran, dass er keine sog. malolaktische Gährung zulässt, welche die bissige Apfelsäure in einem natürlichen Prozess in die weichere Milchsäure umwandelt. Ein Preis, den wir aufgrund der Prägnanz seiner Tropfen gerne zahlen.
Mit einem Wiehern im Hintergrund werden wir verabschiedet. Ob Tamise wohl Champagner statt Wasser bekommt?

 

 

Hersteller / Verantwortlicher Lebensmittelunternehmer: Champagne Benoit Lahaye, 33 Rue Jeanne d'Arc, 51150 Bouzy, Frankreich

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